Bunkerkirche Sankt Sakrament #2
Baukategorie Sakralbauten, Militärbauten
Baustil nicht klassifizierbar
Beschreibung Die ehemalige Barackenstadt der belgischen Besatzungsarmee zwischen Kevelaerer und Heerdter Landstraße wurde nach dem Abzug der Truppen 1926 zu der Wohnsiedlung Grünau umgewandelt. Der katholischen Kirchengemeinde Sankt Sakrament stand in der Siedlung nur eine umgebaute Baracke als Notkirche zur Verfügung, die die wachsende Zahl der Gemeindemitglieder schnell nicht mehr fassen konnte. Die Kirche kaufte daraufhin südlich der Siedlung ein Grundstück zur Errichtung eines Kirchenneubaus. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise und des Kriegs kam es nicht zum Neubau, stattdessen beschlagnahmten die Machthaber das Grundstück und errichteten unter Leitung des Architekten Philipp Wilhelm Stang 1941 einen Hochbunker. Zur Tarnung gab er dem Bunker die Gestalt einer Kirche.

Auf Betreiben des Pastors Dr. Carl Klinkhammer wurde nach dem Krieg der Bunker tatsächlich unter Leitung von Willi Weyres und Mithilfe der Gemeindemitglieder in eine Kirche umgebaut. Die Geschossdecken im Bunker mussten herausgesprengt und die Fensteröffnungen in die 1,2 m dicken Stahlbetonaußenmauern eingesprengt werden. 1949 konnte die Kirche durch Kardinal Frings eingeweiht werden. Die "stabilste Kirche der Welt" -so Klinkhammer 1980- wurde 2015 an die koptische Gemeinde übergeben.
Stadtteil Heerdt
Aufnahmeort Am Handweiser, Kevelaerer Straße, Heerdter Landstraße, Pastor-Klinkhammer-Platz
Aufnahmezeitpunkt 19.06.2007 18:23 h